Porsche Le Mans Unravelled: Recap of an epic Roadtrip

Wie schafft man es zu vermitteln was es bedeutet wenn der Porsche 919 Hybrid beim 24h Rennen in Le Mans eine Gesamtstrecke von 5322km zurücklegt? Ganz klar man macht ein Roadtrip von Bodø in Norwegen nach Tarifa in Spanien und legt diese Strecke so schnell es das Gesetz zulässt zurück.

Klar kann man jetzt sagen 66 Stunden auf der Straße sind nicht 24 Stunden in Le Mans aber vermutlich bekommt man einen groben Eindruck welche Distanz und welche Meisterleistung der 919 hybrid und die gesamte Crew des LMP1-Team in Le Mans vollbringt.

Wenn man eine Einladung zu einem 5000km Roadtrip quer durch Europa bekommt gehen einem verschiedenste Gedanken durch den Kopf. Im Porsche? Klar kein Thema! 918? Wo muss ich unterschreiben? Sobald die Droge 918 wieder aus dem Blutkreislauf verschwunden ist, realisiert man erst was es genau bedeutet über 5000km in etwas über 60 Stunden zu fahren. Temperaturen von -4 bis 30 Grad, wenig schlaf und viel Training für das Sitzfleisch.

8 Länder in 4 Tagen und über 5000km

5000km in Europa unterzubringen ist wenn man es sich genau anschaut gar nicht so einfach. Der Trip startete in Bodø in Norwegen nicht weit entfernt vom Polarkreis. Schnee, -4 Grad und sieben atemberaubende Fahrzeuge aus der Porsche Modellpalette. 718 Cayman, 718 Boxster, Macan GTS, Cayenne, Panamera 4S, Turbo S und als Krönung ein 918 Spyder. Mit diesem Line-Up machten wir uns auf von Norwegen einmal durch Europa.

Gestoppt wurde nur zum tanken, Fahrerwechsel oder um beim 918 Spyder das Hardtop rauszunehmen. Auch Nachts musste der Konvoi weiterfahren, damit wir die 5000km in der kurzen Zeit schaffen konnten. Eine Mannschaft für die Nacht, eine für den Tag. Wahnsinn!

Über Schweden und Dänemark kamen wir für die meisten zum ersten großen Highlight der Tour: Deutschland! Das Mekka für Speedjunkies ohne Geschwindigkeitslimits. Pedal to the metal! Für uns sind 250 km/h auf der Autobahn aber nicht gerade fremd, deshalb war die Vorfreude auf Le Mans umso größer. Einmal auf dem „holy ground“ richtig Gas geben:

Schöner kann der Tag eines Petrolheads eigentlich nicht beginnen. Nach einer kurzen Nacht im Begleitbus öffnet sich die Tür quasi mitten auf der legendären Rennstrecke in Le Mans. Man konnte die Rennwagen förmlich spüren – wie sie vor deiner Nase vorbei ballern und den Duft von frisch verbrannten Rennsprit zurückbleibt. Vermutlich hätten wir drei Tage alleine in Le Mans verbringen können und die Eindrücke wären immer noch überwältigend gewesen. Aber die Reise musste weitergehen, wir hatten ein straffes Ziel am Ende des Tages: Die Rennstrecke in Aragon wo das LMP1 Team mit dem 919 hybrid einen 30 Stunden Test absolviert. Einmal quer durch Frankreich, vorbei an Bordeaux ging es Richtung Spanien und Richtung Rennstrecke in Aragon. Die Landschaft wurde immer wüstenähnlicher und sandiger. In Sichtweite des Racetracks angekommen hörte man schon den LMP1-Renner – allein der Klang, atemberaubend. Wie der V4 (der eigentlich gar kein echter V4 ist, aber dazu später mehr…) durch den Sonnenuntergang schneidet und sein Thermoreaktor-Turbo-Wastegate sein wunderbar herrliches Lied zwitschert: es ist ergreifend!

Das nächste Ziel ist Tarifa, doch die erste technische Panne der gesamten Tour – ein geplatzter Reifen an einem der Busse – lässt es kurzzeitig in weite Ferne rücken. Durch einige organisatorische Umplanungen konnte das Ziel allerdings wieder angegangen werden, was allerdings bedeutet das wir es am letzten Tag nochmal krachen lassen mussten. Ohne großen Stop ging es deshalb von Almería die A-7 entlang der Küste bis nach Tarifa. Die Temperaturanzeige stieg kontinuierlich nach oben bis über 30 Grad und mit dem 718 Boxster konnte es kaum einen besseren Sonnentanker geben. Über die Berge konnte man schon Tarifa sehen und am Horizont zeigte sich immer klarer ein ganz anderer Kontinent: Afrika

In Tarifa angekommen blinkt man auf eine unfassbare Reise zurück. 8 Länder in 4 Tagen und über 5000km. Man bekommt einen ungefähren Eindruck wie man sich nach so vielen Kilometern im Auto fühlt und mit der Anspannung eines 24h Rennens im Nacken ist es für das Porsche LMP1 Team mit Sicherheit bei weitem noch viel anstrengender.

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass gut 5400km nonstop ein herrlicher Ritt sind. Egal wie anstrengend es in einzelnen Abschnitten war, am Ende war es jeder Kilometer, die klirrende Sommerkälte Skandinaviens, der spanische Sonnenbrand und die holprigen Nächte im Bus einfach nur Wert.

Behind the Scenes

Randnotiz: So ein Trip bedeutet allerdings auch unfassbar viel Plaungsaufwand, Stress und vor allem Herzblut an der Sache. Mit diesen Behind the Scenes Bildern geht ein großes Dankeschön an die komplette Roadtrip-Crew rund um das Team von Porsche in England für die geniale Planung und Durchführung eines solchen Events. Chapeau!

Bilder: Martin Baitinger / neunelf.blog & Porsche

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