Le Mans 2017: unser ganz eigenes Langstreckenrennen

Le Mans ist eine wunderbare Veranstaltung. Ein unglaubliches Rennen höchster Intensität. Größte Belastungen für Mensch und Maschine. Unbändige Euphorie gefolgt von herzzerreißende Dramen innerhalb weniger Augenblicke.

Und doch ist es als Zuschauer immer irgendwie: merkwürdig.

Klar, am Fernseher bist du nah dran. Hörst am altehrwürdigen Rundfunkempfänger Radio Le Mans, checkst in Echtzeit das Timing in der offiziellen WEC-App und weißt jederzeit wo welches Auto mit welchem Fahrer und welcher Sektorzeit auf welchem Reifen in welchem Stint unterwegs ist.

Doch an der Rennstrecke, da ist es einfach zu mühsam. Klar, Radio geht hier auch. Aber schon beim Strom und Empfang für all die datensaugenden Endgeräte wird es wild. Dazu kommt das Wetter. Hochsommer in Frankreich macht durstig. Und Wasser trinkt keiner. Doch auch lauwarmes französisches Bier entfaltet dann irgendwann seine Wirkung, so dass du das freie Training nicht mehr vom Qualifying unterscheiden kannst. Von der klaren Trennung der Autos bei Nacht reden wir gar nicht erst.

Zusammenfassung? Le Mans ist eine wunderbare Veranstaltung. Nur nicht als Zuschauer.

Was bleibt also an Möglichkeiten, um dem Mythos so nah wie möglich zu sein, etwas von der aufreibenden Marter selbst zu erfahren, die eigene Grenze ein Stück weit zu verschieben?

Man nimmt einen Porsche 918 Spyder und fährt eine komplette 24h-Le Mans-Distanz quer durch Europa. Ohne Pause. Anhalten nur zum Tanken und Fahrerwechsel.

Klingt irre? Ist es auch.

Um das Le Mans Wochenende deshalb ein wenig kurzweiliger zu gestalten, bringen wir euch hier nicht nur Ereignisse und Ergebnisse des Wochenendes, sondern auch ganz besonderes Hintergrund-Material. Von unserem eigenen kleinen Langstreckenrennen!

Elferfreund und Journalist. Zeitweise auch KFZ-Mechaniker und Ingenieur.