Die heiligen Hallen von Zuffenhausen

Für echte Porsche Fans wäre ein Gang in die „Heiligen Hallen“ von Porsche wohl um einiges interessanter als ein Gang ins doch durchaus gut ausgestattete Porsche Museum. Eigentlich ein schmuckloser Industriebau: Auf zigtausend Quadratmetern stehen Ikonen, Einzelstücke, zu gedeckte Renn-Tiere und Spantenmodelle.

In diesem Lager stehen die echten Schätze, vermutlich hat jedes davon seine ganz eigene Geschichte zu erzählen und genau das macht es auch so interessant. Oft finden sich hier die Modelle die man eben nicht ganz offensiv im Museum zur Schau aber dennoch echte Zeitgeschichte geschrieben haben.

Ganz in der Nähe ein sogenannter Langzeit-Testwagen, ein 944 S, der in nur einem Jahr so viel Kilometer heruntergeschrubbt hat, als wäre er zum Mond geflogen: 365.000 Kilometer. Jeden Tag 1.000 Kilometer. Respekt. Oder, wer denn das Auge dafür hat, ein 917-30 mit der Fahrgestellnummer 001. Er wartet. Ist quasi Work in Progress. Irgendwann wird er wie frisch gefertigt vielleicht ins richtige Museum kommen. Oder noch einmal auf breiten Rennwalzen um Kurven fliegen wie weiland Willi Kauhsen am Nürburgring. Ja doch, damals war ich vor Ort.

Erste Endorphinschübe vermischen Erinnerung und Realität. Auf der Augen-Hornhaut entstehen allmählich Schwielen angesichts dieser geballten Ladung Porsche Power. Der brutale Klang der einzelnen Renner wird aus den tiefsten Tiefen der Festplatte im Kopf noch einmal hochgeladen. Grandios, das.

Aber was, zum Teufel, macht denn die G-Klasse hier? Verwirrt aus Untertürkheim? Mitnichten. Dieser unkaputtbare Kraxler mit der Rothmans-Beklebung – ja, damals gab es noch Zigarettenreklame bei Rennveranstaltungen – diente den Technikern bei der Paris-Dakar als Transportmittel und Lieferwagen. Natürlich nicht im Originalzustand, sondern ausstaffiert mit dem Motor eines Porsche 928. Vollgepackt mit Ersatzteilen für den siegreichen Jackie Ickx im Allrad- Porsche.

Den ganzen Text gibt es übrigens im Porsche Newsroom.

 

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